Ausgabe 03 / 2001 vom 04.11.2001
Guten Morgen,
statt die IARU-Entscheidung zu CW als eigenen Willen, nicht
aber als eigenen Flop darzustellen und nach vorne zu schauen, basteln
sie jetzt an Abgrenzungs-Prozeduren, um den 75%-CEPT-2-Leuten einzureden,
sie seien noch immer zweitklassig. Fast gewinnt man auch schon den
Eindruck, dass die CEPT-2-Leute der Prüfungsjahre nach 1980
und vor 1997 schon mit Klasse-3 gleichzusetzen seien.
Zaghaft fragen aber doch einige aus der AR-Ebene des Grossen
Vereins, was denn nun nach 2003 passieren wird. Allen Ernstes basteln
sie dennoch wieder an einer neuen CEPT-2, damit der alte Abstand
wieder hergestellt ist. Obwohl die IARU klar und deutlich von jeglichen
praktischen Prüfungen Abstand nimmt, quasseln die Frontmen
federführender Vereine von Praxistests jeglicher Couleur. Dabei
würden 80 v.H. aller CEPT-1-Lizenzen glatt durchfallen, wenn
sie kurzschlussfrei, HF-gerecht und ohne Dielektrikum-Verschmelzung
einen N-Stecker an RG-213 anlöten sollten; geschweige denn
einen 14-poligen IC-706-Daten-Stecker an das Steuerungskabel des
PTC-2.
Sorgen macht den Psychostrategen das Ausbildungsniveau der CEPT-1-Lizenzinhaber
beim Sicherheitsabstand zu ihren Antennen. Vor einem halben Jahrzehnt
erkannten die Funktionäre deutlich, dass sie ihre Mitglieder
nachschulen müssen. Raus kam allerdings nur die Maximalforderung
von 750 Watt unter Vernachlässigung des quadratischen Entfernungsgesetzes.
In den letzten Tagen entblößte sich dann einer dieser
alten Kämpen und forderte, dass Funkamateure wieder in den
Untergrund gehen sollten, um ja nicht aufzufallen:
Ein Schritt weiter also zum schlechten Ruf und weg von der Öffentlichkeitsarbeit.
Statt "an alle Haushalte" PLC-Hetzschriften zu verteilen,
sollten Funkamateure ihr Fachwissen und ihre Hilfsbereitschaft in
der Nachbarschaft anpreisen; getreu dem Motto: Hast Du Probleme
mit deiner Kommunikation, frage doch erst mal deinen Nachbarn "Funkamateur".
Machen wir doch mit einer neuen Öffentlichkeitsarbeit -
sprich WERBUNG - mal richtig PROMOTION und verkaufen den angehenden
Kommunikationstechnikern eine Freizeitgestaltung, die ihrem späteren
Beruf nahe kommt. Zusätzlich zum Selbstbau sollten wir sie
anhalten, sich mittels ALLER Vernetzungsmittel frei von Providern
zu bewegen. Warum muss denn die Bezeichnung Funkamateur noch in
5 Jahren gelten, wenn die aktivste Newsgroup sich heute schon als
de.comm.ham
bezeichnet. Schon hier steht die Kommunikation über
der Rubrik HAM. Das geht aber nur, wenn in den Köpfen der Funktionäre
die Verbindungen zu anderen Kommunikationsnetzen positiv bewertet
werden; in den Behörden ist Tür und Tor weit geöffnet;
man wartet lediglich auf die Innovationsbereitschaft der führenden
Funktionäre.
In den Anfangszeiten des Kleinen Vereins forderte dieser, auf
die CB-Leute zuzugehen. Die Psychogarde Westschiene nutzte diese
Aussage professoral, um die Neudenker auszukehren. Warum - frage
ich mich auch - distanzieren sich aufs schärfste Funkamateure,
die zuvor glühende Inhaber von Indikativen wie GRAUWOLF, Dusty7
oder Lupo waren, von ihren alten Freunden? Statt auf die CB-Funkfreunde
zuzugehen, beschimpft man sie, indem das eigene Verhalten in Channel-0-Convers
heroisiert; die Hilfsbereitschaft auf Kanal-9 belächelt wird.
Die Botschaft für die Funkamateure - wollen sie überleben
- kann nur lauten:
Wie halte ich es mit meinem Nachbarn?
Einen schönen Tag und bis zur nächsten Woche.
Ihr
Hermann Schulze
DL1EEC
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