Ausgabe 30 / 2002 vom 12.05.2002
Liebe XYLs, YLs, SWLs und OMs !
POLITTREFF IN WERL: SPD-VERTRETER KÜNDIGT ENDE DES AFUG
AN
Der Polittreff am 10.5.2002 war von 49 Funkamateuren besucht:
DAS war keine repräsentative Mehrheit aus einem Einzugsgebiet,
das gut 8.000 Funkamateure umfasst.
OM SCHLINK machte den Auftakt, indem er die schwindende technische
Führungsrolle der Funkamateure beklagte, um sich aber gleichzeitig
wieder vom CB-Funk zu distanzieren. Ebenfalls weinte er dem alten
vorkonstitutionellen AFuG nach.
Auch Lutz KALLE ließ sich dazu hinreißen, den Amateurfunkdienst
in die "klassische" Kurzwelle und den "Rest"
zu teilen.
Die klassischen Probleme der Funkamateure wie - EMV/U, Reg TP
und PLC - wurden den Politikern aus der Sicht der Funkamateure dargestellt;
der SPD-Vertreter Eike
Hovermann punktete durch eine exzellente Fachkenntnis auffällig
oft. Zum Thema PLC sagte er, dass die Amateurfunkverbände schon
immer eingebunden gewesen wären und dass die Präsenz der
Amateurfunk-Vertreter wohl nicht professionell genug war.
ZUM ELEKTROSMOG
verwies er auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom
März dieses Jahres mit dem Aktenzeichen "1
BvR 1676/01", nach dem es keinen Nachweis von gesundheitlichen
Schäden bei Personen in elektromagnetischen Feldern gäbe
und dass die heutigen gesetzlichen Grenzwerte ausreichend seien.
Die Hysterie in der Bevölkerung sei nur ein Spiel mit der Angst.
Die Funkamateure sollten in diesem Zusammenhang mehr echte Öffentlichkeitsarbeit
machen!
Obwohl die AGZ wegen ihrer frühen Berichterstattung zu
den Vorgängen an einem HAGENer Gymnasium gescholten wurde,
kam exakt diese Story gestern aufs Tapetchen und wurde den Politikern
als NEGATIVBEISPIEL präsentiert. Hovermann erinnerte daran,
dass Lehrpläne eben Ländersache seien.
DER SCHOCKER
des Abends kam aus den Reihen der SPD. Zitat Eike HOVERMANN:
Die Funkamateure sollen sich darauf einstellen, dass sie innerhalb
von Bemühungen der Europaeischen Kommission, die Frequenzpolitik
an sich zu ziehen, demnächst unter dem TKG angesiedelt werden;
ihr eigenständiges Amateurfunkgesetz durch europäische
Vorgaben also verlieren werden. Hovermann unterstrich nochmals,
dass die Funkamateure sich eine bessere Lobbyarbeit leisten müssen.
Qualifizierte Präsenz vor Ort in Berlin und vor allem Brüssel
sei ein absolutes MUSS!
ZUR BEMFV
wurde Hovermann seitens der AGZ-Vertreter darauf aufmerksam
gemacht, dass mit dieser Rechtsverordnung die Funkamateure in REICH
und ARM geteilt werden, weil die Netzbetreiber im Amateurfunk bei
gemeinsam mit anderen Senderbetreibern genutzten meist exponierten
Standorten bei dem anstehenden Kostenrisiko ihre Anlagen de facto
abbauen können.
ENDE UM 22h30:
Die Veranstaltung lief GUT; bis dann Werner, DL4YBZ, die Politiker
aufrief, für Ordnung im Amateurfunkdienst zu sorgen und der
RegTP Knüppel in die Hand zu geben: Absolutes UNVERSTÄNDNIS
in den Polit-Gesichtern! Das neutralisierende Schlusswort der offiziellen
DARC-Vertreter fiel danach buchstäblich ins Wasser: Es regnete
wie aus Kübeln!
OHNE BERÜCKSICHTIGUNG DER INTERESSEN DER FUNKAMATEURE
hat das Bundeskabinett am vergangenen Mittwoch, den 8. Mai 2002,
die BEMFV, also die "Verordnung über das Nachweisverfahren
zur Begrenzung elektromagnetischer Felder", beschlossen und
dem Bundesrat, der zustimmungspflichtig ist, in unveränderter
Form zugeleitet. Warum ruft man die Öffentlichkeit eigentlich
zur Kommentierung auf, wenn man gar nicht bereit ist, auf die Argumente
der Buerger einzugehen?
DIE FINANZIELLEN FOLGEN
der gescheiterten Musterprozesse gegen die Verfügung 306/97
sind derzeit noch nicht klar definierbar. Da es im deutschen Recht
keine Sammelklage gibt, könnten die 500 Einzelkläger mit
jeweils rund 250 Euro zur Kasse gebeten werden.
Kommt es auf der Basis der jetzigen Amtsblattverfügung
306/97 zu einer Kollision, sind die Sach-, Rechts- und Kostenfolgen
ebenfalls nicht planbar. Um im Vorteil zu sein, empfehlen wir, JETZT
die Selbsterklärungen abzugeben - JEDOCH AUSSCHLIESSLICH MIT
DEN PERSONENSCHUTZ-GRENZWERTEN!
Sie sollten aber wissen, dass - falls die Reg TP auf der Berücksichtigung
der Herzschrittmacher-Werte besteht und Ihnen deshalb eine Beschränkung
der Senderleistung auferlegt - Sie nun nach dem Urteil des Kölner
Verwaltungsgerichts klagen können und die Sache selbst verhandelt
werden muss. Sollte die BEMFV allerdings in Kraft treten, ist die
Rechtslage wieder völlig anders und Rechtsstreitigkeiten könnten
von vorne beginnen.
DARC EMPFIEHLT, MIT DEN HSM-WERTEN
die Selbsterklärung abzugeben. Ich frage, warum Musterprozesse
angezettelt wurden, wenn man die Klage damit jetzt zur Makulatur
erklärt und das Urteil gar nicht umsetzt.
Quelle: www.darc.de
HAMRADIO 2002 MIT DER AGZ e.V.:
Wir erwarten Sie auf der HAMRADIO 2002 in Friedrichshafen. Treffen
Sie sich mit uns am Stand 813 in Halle 8.
COMEDY
gibt es allabendlich ab etwa 22h00 MESZ bis zum Morgengrauen
auf der 10m-QRG 28.543 kHz. Sie hören dort aktuelle Begründungen
zum Thema CW-ZUGANGSPRÜFUNG und zur Daseinsberechtigung des
IARU-Vertreters in Deutschland. Ebenso wird dort verraten, wie man
mit 0,2 mW von Deutschland aus nach der ersten Reflexion Feldstärken
von S9 + 40 dB erzeugt.
HAMRADIO 2DAY
hören Sie sonntags jeweils um
09h00 MESZ 3,700 MHz
10h00 MESZ 439,325 MHz via DB0VA Relais Hohe Wurzel
10h00 MESZ 145,675 MHz via DB0VR Relais Nordhelle
10h30 MESZ 145,450 MHz im westlichen NRW
10h45 MESZ 438,800 MHz via DB0SJ Relais Düsseldorf
10h45 MESZ 7,062 MHz
10h45 MESZ 28,740 MHz
11h00 MESZ 7,100 MHz
Nach 11h00 MESZ erfolgt die Veröffentlichung in Packet
Radio, www.agz-ev.de und de.comm.ham.
Zum Schluss noch aktuelle Funkwetterdaten von DK0WCY:
11. Mai 2002
05h00 UTC
KIEL:
Forecast sunactactiv = eruptive
Forecast magfield = quiet
Relative sunspots = 245
Flux = 191
A = 11
Aurora = NO (normal)
Ihnen allen eine erfolgreiche Woche.
Vy 73,
Hermann
DL1EEC
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