Ausgabe 33 / 2002 vom 02.06.2002
Liebe XYLs, YLs, SWLs und OMs !
DARC ABGESCHMETTERT.
Karl Erhard Vögele, Mitglied des Exekutivkomitees der IARU-Region
1, berichtet von einer vorbereitenden Sitzung dieses Gremiums, das
sich vor kurzem in San Marino traf:
- Die Erweiterung des 40-m-Bandes erscheint binnen fünf
Jahre nach der WRC-2003 mittlerweile als gesichert.
- Das Exekutivkomitee der Region 1 akzeptierte das Votum seines
Vertreters in der Sitzung des Verwaltungsrates der gesamten IARU
von Anfang Oktober 2001 in Guatemala, wonach sich der Verwaltungsrat
in einer Resolution dafür aussprach, dass "... die Position
von CW als Zulassungskriterium zur Kurzwelle nicht länger
als wesentlich für eine gesunde Zukunft des Amateurfunkdienstes
angesehen wird".
- Zum Verhalten der IARU-Region 1 in dieser Frage besteht im
DARC eine sehr ernst zu nehmende kritische Haltung. Zur Erinnerung
siehe hierzu auch die Deutschlandrundsprüche Nr. 33 vom 18.10.2001,
Nr. 42 vom 15.11.2001 und Nr. 11 vom 21.3.2002. Karl Erhard Vögele,
DK9HU, hat als Mitglied des Exekutivkomitees der Region 1 und
in vielen Einzelgesprächen die Kritik seitens des DARC verdeutlicht
und auf die Folgen hingewiesen. Eine würde bereits darin
bestehen, dass der DARC zur Wahl des nächsten Exekutivkomitees
keinen Kandidaten mehr stellen wird. Dies konnte die Region 1
jedoch in Sachen CW nicht umstimmen.
Soweit DK9HU in Packet Radio.
Das bedeutet, dass die nachträgliche Meuterei des DARC
gegen bereits gefasste Beschlüsse in der IARU keine Mehrheit
fand und dass man in Baunatal jetzt international isoliert in der
Schmollecke steht. Bemerkenswert ist auch, dass DK9HU´s Bericht
seitens der Sysops bei DB0ZDF an der DL-weiten Distribution gehindert
wurde und dass er offensichtlich keine Berücksichtigung in
den offiziellen DARC-Medien fand. Im Namen der AGZ bedanke ich mich
bei Karl für die Weitergabe dieser doch für alle Funkamateure
in Deutschland sehr wichtigen Information.
MITGLIEDERWERBUNG:
Eine sechsmonatige kostenlose Gastmitgliedschaft im DARC ist
nach Empfehlung des Amateurrates auf seiner Hauptversammlung am
vergangenen Wochenende in Halle nun bundesweit möglich. Als
Gastmitglied erhält man u.a. das Amateurfunkmagazin CQ DL und
kann die Internet-Serviceangebote des DARC nutzen. Wird innerhalb
der sechs Monate kein Aufnahmeantrag gestellt, erlischt die Gastmitgliedschaft
automatisch.
Quelle: DL-Rundspruch des DARC e.V.
In dieser Meldung fällt aber eine maßgebliche - bisher
nicht veröffentlichte - Einschränkung, von der der Distriktsvorsitzende
Berlin, Peter Zenker, der Initiator dieser Aktion, am 27. Mai 2002
berichtete, unter den Tisch:
[...]
Es gibt aber eine Einschränkung. Gastmitglied mit kostenloser
CQ DL-Lieferung und Zugang zum Mitgliederbereich des DARC-Servers
gibt es nur für "Erst-Schnupperer". Sie dient dazu,
den DARC kennen zu lernen. Ehemalige Mitglieder will die Mehrheit
der DVs und des Vorstandes auch als Gast nicht mehr haben. Sri,
aber ich habe nur 3 von 91 Stimmen im AR.
73 de Peter, DL2FI
[...]
Das bedeutet, dass eine Kündigung der Mitgliedschaft im
DARC offensichtlich mit einer Art Bannbulle belegt wird: einmal
raus - immer raus!
HOMEPAGE DER WOCHE
ist
www.wiavic.org.au/mcw
Dort wird durch den australischen Amateurfunkverband WIA - summa
cum laude - dokumentiert, welche Länder und welche IARU-Regionen
sich PRO oder CONTRA CW-ZUGANGSPRÜFUNG stellen; übrigens
findet sich dort auch die diametral entgegengesetzte Position des
DARC zur Nationalen Gruppe des Bundeswirtschaftsministeriums.
SKANDAL DER WOCHE:
Der aus dem Umfeld des Burgdorfer Scanner-Prozesses bekannte
Alexander Schwarz, DL3KH, schrieb ohne Info-Kopie für die Betroffenen
einen Brief. Adressat: No
Code International (NCI) in den USA. Darin werden Mitglieder
von No Code International in DL und die AGZ als solche so richtig
hinter deren Rücken im wahrsten Sinne des Wortes "angeschwärzt".
NCI hatte daraufhin NCI-DL und die AGZ informiert und Alexander
Schwarz entsprechend geantwortet. Lesen Sie dazu einen der Antwortbriefe:
[...]
Ralph,
Fine on your activities. Regarding the persons debating:
> DL3KH - and most of all - DJ7YE came up with the point
> that amateurs without a Morse code exam will not be
> able to recognise CW signals as such when being allowed
> to access short wave - and will consider them as QRM
> - thus interfering with CW practising OMs.
I have had "debates" with DJ7YE on packet radio,
and I have come to regard him as being irrational about Morse
code policy issues, and it is not worth spending time diverting
to his fabricated suggestions.
[...]
73, Bob
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
CB-FUNK UPDATE:
Ab sofort können die CB-Anwender auf 27 MHz die Kanäle
4 bis 15 auch in der Betriebsart SSB benutzen, und dabei wie bisher
uneingeschränkt gewinnbringende Richtantennen einsetzen: auch
4-über-4 5-Element-Monobander für 11 Meter! Die dann notwendige
Standortbescheinigung ist für ein einziges Funksystem mit relativ
kleiner Leistung sicher bezahlbar - ändern darf man ja nichts.
DL macht allerdings im Gegensatz zu anderen europäischen
Staaten die Auflage, dass CE-zertifizierte Geräte an die Mikrofonbuchse
NICHT angeschlossen werden dürfen, wenn sie digitale Betriebsarten
aufbereiten. Explizit werden im Amtsblatt der Regulierungsbehörde
diejenigen Betriebsarten aufgeführt, die z.B. die Pactor-Controller
der Firma SCS bereit stellen und die mittels Soundkarte im Amateurfunk
zur Zeit sehr beliebt und effizient sind.
Egal, wer das gestrickt hat, er hat übersehen, dass man
Informationen, die man z.B. mit PSK31 oder Pactor übertragen
kann, teilweise auch mit SSTV weltweit austauschen kann.
SSTV jedoch ist eine ANALOGE Betriebsart und
somit nicht verboten !
Heftigster Verteidiger dieser RegTP-Entscheidung war diese Woche
Ulrich Hilsinger - ein DARC-Funktionär -, der immer wieder
in der Newsgroup de.comm.ham betonte, dass das 27 MHz-Band ein Nahverkehrsband,
das 28-MHz-Band dagegen aber ein Weitverkehrsband sei. Ich verstehe
grundsätzlich bei dieser Argumentation nicht, warum man auf
10 m mit 0,2 mW weltweiten Amateur-Funkverkehr vollziehen kann und
mit 25 Watt EIRP und Richtantenne auf 11 m nur CB-Nahverkehr, zumal
die Grenzwinkel der Totalreflexion bei 11 m eher günstiger
liegen als bei 10 m.
Ich habe den Verdacht, dass die Autoren dieser Auflage seit
der modifizierten Einführung des TS-712P im Jahre 1975 für
11 m nichts dazugelernt haben. Man sieht es auch an der Einschränkung
auf die Kanäle 4 bis 15: Das waren die ersten zwölf AM-Kanäle
im CB-Funk -
und das ist jetzt mehr als ein Vierteljahrhundert
her !
Für mich geht es wieder einmal um nichts anderes
als um Futterneid solcher Funkamateure, die an Schaltstellen sitzen
und die den CB-Funk inklusive der CEPT-Klassen 2 und 3 herunter
reglementieren.
LESERBRIEF DER WOCHE:
"Lieber Funkfreund Hermann,
habe gestern auf der AGZ-Webseite den Artikel über SSB
im CB-Funk gelesen und mich für diese Funkanwender durchaus
gefreut, schon wenn man bedenkt, wie verschiedene Gruppierungen
an ein und derselben Sache hartnäckig gearbeitet haben und
dieses schlussendlich zum Erfolg gebracht haben.
Schön wäre es, wenn auch die AGZ mit ihrer hartnäckigen
Art es schaffen würde, mit Erfolg die Freigabe des 10 m-Bandes
für die Klasse 2 durchzusetzen.
Bedenken habe ich jedoch hinsichtlich des DARC und des RTA,
die ja grundsätzlich gegen jede Verbesserung für die Klasse
2 sind. Zudem werden sie schon deswegen dagegen sein, weil der Vorstoß
schließlich von der AGZ kommt. Mal sehen, was sie in der kommenden
Zeit davon haben.
Ich selber, seit bald fünfundzwanzig Jahren lizenziert,
möchte euch schon jetzt für eure Bemühungen danken,
denn der Amateurfunk könnte dadurch wieder an Attraktivität
zurück gewinnen, die er bei mir schon lange verloren hat.
Beste 73 von Hans."
Zum Schluss noch aktuelle Funkwetterdaten von DK0WCY:
KIEL, 1. Juni 2002 05h00 MESZ
Forecast sunactactiv = activ
Forecast magfield = quiet
Relative sunspots = 190
Flux = 180
A = 5
Aurora = NO (normal)
Ihnen allen eine erfolgreiche Woche.
Vy 73,
Hermann
DL1EEC
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