Ausgabe 46 / 2002 vom 08.09.2002
DEUTSCHLAND DIGITALES ENTWICKLUNGSLAND?
(hs) Könnte man meinen, wenn man "Die Welt" vom
4. September auf Seite 16 liest. Dort wird ganzseitig berichtet,
dass die deutschen Funksysteme für Politik, Verwaltung und
Sicherheitsbehörden erst 2006 abhörsicher sein werden.
Bis dahin vertraut man offensichtlich noch blind auf die braven
Bürger, die das Abhörverbot des TKG einhalten.
Zitat des Vizes der Gewerkschaft der Polizei (GDP): "Unser
Funksystem ist schon jetzt ein Sicherheitsrisiko". Recht hat
er - bei der nicht gerade kleinen Zahl von Scanner-Besitzern in
Deutschland.
IMMER MEHR DEUTSCHE
(hs) nutzen das Internet: heute sind es 28,3 Millionen, also
etwa 44 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Davon sind 12,1
Millionen Frauen. Im Jahr 2005 werden schätzungsweise 55 Prozent
der Deutschen das Internet frequentieren. Am meisten, nämlich
zu 80,3 Prozent, ist die Gruppe der 20- bis 29-Jaehrigen online.
Danach kommen die 14- bis 19-Jaehrigen mit 76,9 Prozent.
Senioren, also Deutsche ab 60 Jahren, sind nur zu 7,8 Prozent
Netz-affin. Das erklärt doch einigermaßen, warum das
Gros der Funkamateure sich vom Internet fernhält: es sind Altersgründe.
Erst die an Computer gewöhnte nächste Generation wird
mehr Senioren in die moderne Kommunikationsform führen.
Quelle: Heise-Online
News
WIR ERKLÄREN DIE BEMFV
(rps) Heute: Was ist ein "kontrollierter Bereich"
?
Das ist der Bereich, in dem der Betreiber einer ortsfesten Amateurfunkstelle
über den Zutritt oder Aufenthalt von Personen bestimmen kann
oder in dem aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse der
Zutritt von Personen ausgeschlossen ist. Kontrollierte Bereiche
sind also z.B. das eigene Grundstück; hier kann ich selbst
bestimmen, ob jemand Zutritt hat. Oder mein Dach - oder auch der
Luftraum um meine Antenne herum, wenn die Antenne derart hoch aufgebaut
ist, dass die Strahlungshauptkeule "ins Leere" zielt.
Hauptkennzeichen ist, dass entweder ich selbst es in der Hand habe,
ob sich dort Menschen aufhalten dürfen, oder dass es rein sachlich
unmöglich ist, sich dort aufzuhalten.
Sinn des "kontrollierten Bereichs" ist: Die Sicherheitsabstände
meiner Funkanlagen dürfen nicht über ihn hinaus gehen.
Ich darf Grenzwerte nicht dort überschreiten, wo ich nicht
über den Aufenthalt von Menschen bestimmen kann.
Nächste Frage: "Wie ist das mit den Übergangsbestimmungen?"
Vorweg gilt: Für das Einhalten von Grenzwerten gab es noch
nie eine Übergangsfrist. Dies ist seit 1997 für ausnahmslos
alle Funkamateure Pflicht. Eine Übergangsfrist gab und gibt
es lediglich für das Anzeigen und Dokumentieren gegenüber
der Regulierungsbehörde. Wir alle, die wir aktiv sind, müssen
eigentlich also bereits 1997 unsere Berechnungen oder Messungen
gemacht - oder uns seitdem auf 10 Watt EIRP beschränkt haben.
Shocking - nicht wahr?
Konkret: Für ortsfeste Amateurfunkstellen, die bereits
vor dem 28. Juni 1997 betrieben wurden, muss die Anzeige nach BEMFV
bis zum 31. Dezember dieses Jahres bei der RegTP abgegeben werden.
Dies ist unabhängig davon, ob zwischenzeitlich die Station
technisch verändert wurde, ob neue Frequenzen benutzt wurden,
oder ob es gar eine höhere Lizenzklasse gab. Die Übergangsfrist
gilt unabhängig von technischen Umbauten und auch unabhängig
von der Zeugnisklasse.
Ortsfeste Amateurfunkstellen, die einen gemeinsamen Standort
mit anderen - standortbescheinigungspflichtigen - Funkanlagen haben,
und die vor dem 20. August 1997 in Betrieb genommen wurden, benötigen
erst zum 31. Dezember 2003 ebenfalls eine Standortbescheinigung.
Wird allerdings eine solche Amateurfunkanlage - oder auch der kommerzielle
Sender - nach dem Inkrafttreten der BEMFV technisch verändert,
so benötigen sie sofort - also schon vor dem Ende nächsten
Jahres - eine gemeinsame Standortbescheinigung.
Genug für heute. Das Thema "Herzschrittmacher"
ist so kompliziert, dass wir es vertagen. Ein Trost bleibt: Klasse
3 berührt das alles nicht.
RWE WIRFT DAS PLC-HANDTUCH:
(hs) Eine gute Nachricht für den Amateurfunk: Der Energieversorgungskonzern
RWE stellt am 30. September seine Powerline-Aktivitäten ein.
Dies bestätigte diese Woche ein Sprecher des Essener Unternehmens.
Als Grund für die Einstellung des Powerline-Angebots nennt
RWE "unvorhersehbare technische Entwicklungen". Im vergangenen
Jahr seien mehr Frequenzbänder für sicherheitsrelevante
Dienste reserviert worden als angenommen, damit seien für die
Powerline-Technologie keine genügend großen Frequenzblöcke
mehr verfügbar. Auch technische Probleme mit den Powerline-Modems
der Schweizer Firma Ascom sollen die Powerline-Einführung erschwert
haben - genauso wie die deutliche Überschätzung der zu
erwartenden Kundennachfrage. Das Handtuch-Werfen hat allerdings
eine tragische Auswirkung auf die Schulen in NRW, die eigentlich
alle via RWE-Powerline preiswert ans Netz gehen sollten.
PHILIPS UND SONY MIT NEUER NAHFUNKTECHNIK:
(hs) Die Elektronik-Konzerne Philips und Sony haben angekündigt,
zusammen eine neue Funktechnik für die Kurzstreckenkommunikation
für Computer- und Elektronik-Geräte entwickeln zu wollen.
Die Near Field Communication (NFC) genannte Funktechnik soll Geräte
hervorbringen, die im 13,56-MHz-ISM-Band funken. NFC soll "beliebige
Daten zwischen Mobiltelefonen, Digital-Kameras, PDAs, Laptops und
PCs, aber auch Spielekonsolen und Peripheriegeräten" befördern.
Die beabsichtigte Reichweite erscheint mit maximal 20 Zentimetern
allerdings sehr knapp bemessen.
Quelle: Heise-Online
News
NEUER 6M-REPEATER IN USA QRV
QTH ist Puerto Rico,
QRG ist 51,620 MHz,
Shift ist 0,5 MHz.
Leider ist weder diese Frequenz, noch die Sendeart FM in Deutschland
erlaubt. Für Empfangstests via F2-Schicht ist dieser Tipp für
den kommenden Herbst und Winter aber sicher interessant.
Quelle: www.qrz.com
JAPAN HAM FAIR
(hs) auch im Sinkflug. Japans große Amateurfunkmesse JHF
hat sich von drei Messetagen auf zwei Messetage zurück entwickelt.
Offensichtlich ist die Rezession des Amateurfunkdienstes eine globale
Krankheit. Icom ist ganz im Trend und legt jetzt mehr Gewicht auf
QRP. Eine 10-Watt-Version des IC 706 mit eingebautem Antennentuner
wurde vorgestellt. Furore machten offensichtlich Angebote von Antennen
und Zubehör speziell für QRP und Portabel-Betrieb - die
BEMFV lässt auch in Japan grüßen...
GASTKOMMENTAR: NILS SCHIFFHAUER, DK8OK, ZUR BEMFV:
In der Diskussion um die Selbsterklärung ist meiner Ansicht
nach ein Aspekt übersehen worden, zu dessen Beachtung wir als
fachlich geprüfte Funkamateure besonders angehalten sein können:
Die ganze Gesetzgebung gilt nur für Sender, die mehr als 10
W EIRP in die Luft pusten. Darunter bleibt alles beim alten - keine
Selbsterklärung, keine Messungen, keine RegTP-Stundenhonorare,
über die man sich - denkt man sich Kompetenz und Einsatzwillen
mancher derer Mitarbeiter hinzu - wahlweise kaputtärgern oder
-lachen mag.
10 W EIRP - das sind gut 6 W am Dipol und somit immer noch oberhalb
der QRP-Grenze! Seit Mai notiere ich in einem monatlichen "QRP-Tagebuch",
was sich auf Kurzwelle mit Sendeleistungen zwischen 500 Milliwatt
und 5 W machen lässt. Es ist die ganze Welt: Vom Kongo in SSB
bis Neuseeland in MT63, von South Shetland in PSK31 bis Thailand
im Hellschreiben, von Peru in RTTY bis zu den Maldiven in CW. Seit
dem 1.5. sind es 116 DXCC-Länder, die ich so gearbeitet habe
- und ich bin nun wirklich alles andere als einer der beneidenswerten,
berenteten Berufsamateure, sondern gehöre jener Generation
an, die diese zwar bezahlen darf, indes später zumindest aus
diesem Topf nur Brosamen erhalten wird.
QRP hat überdies vielfachen Charme: Diese schmale Sendeleistung
stört - bis auf extrem wenige Ausnahmefälle - nicht die
Nachbarschaft. Es zeigt zudem, dass wir Funkamateure die richtigen
Frequenzen nutzen, mit Ausbreitungsvorhersagen umgehen können
(immer hart an der MUF segeln!) und auch von modernen Betriebsarten
etwas verstehen - aber manchmal gerne statt in die Tasten zur (Morse)taste
greifen. Auch, dass unsere Betriebstechnik halbwegs vernünftig
ist, gehört zu den Pfeilern einer Erfolgsbilanz.
Vor einigen Jahren hielt mich mancher Vereinsamateur öffentlich
für einen Vollidioten, als ich dazu aufforderte, die uns zugestandene
Sendeleistung freiwillig auf 100 W zu begrenzen und nur dann die
volle Kraft der Brate auszureizen, wenn es nun wirklich nicht anders
geht. Ich bin ja gespannt, ob mancher im Lichte der Erfahrungen
der letzten Jahre seine Meinung geändert hat. Am Ende könnte
übrigens so eine Art Edel-CB-Funk unsere ja nun doch langsam
aussterbenden Reihen beleben: Es spricht ja nichts dagegen, das
Konzept des heutigen CB-Funks - Freizeitfunk auf Kurzwelle mit 4
W Sendeleistung an beliebigen Antennen (!) ohne jede Prüfung
und ohne jede Gebühr (im Prinzip, jedenfalls) und mit zertifizierten
Geräten - vom 11-m-Band auch auf andere Kurzwellenbänder
zu übertragen! Platz auf den Bändern scheint hierfür
jedenfalls genügend vorhanden zu sein. Man höre nur einmal
die brüllend lauten - aber einsamen - Signale aus Australien
auf 17 m.
Ich bin jedenfalls überzeugt davon, dass mit diesem Konzept
- dem man ja den achso beliebten Platinistas-Funk mit CW-Prüfung
und nachgewiesenen technischen Kenntnissen, die zum Selbstbau befähigen
mit erweiterten Rechten (Frequenzen, Sendeleistungen ...) aufsetzen
kann - der Amateurfunk als faszinierendes Hobby nicht nur weiterleben,
sondern kräftige Zuwachsraten haben wird.
(rps) Soweit Nils Schiffhauer, DK8OK. Leider gilt das Gesagte
nicht für UKW. Hier braucht man leider doch etwas mehr Strahlungsleistung,
will man mittels Tropo-Scatter und verwandten Streuverfahren einige
Hundert Kilometer überbrücken - ein weiterer Grund, die
CW-Prüfung abzuschaffen, damit endlich alle Funkamateure mit
QRP auf Kurzwelle große Entfernungen überbrücken
können.
WAS SIND DIE WURZELN DER AGZ?
(hs) Einen unverständlichen Widerspruch der AGZ sah DK7KD
oder dessen Rufzeichen-Benutzer diese Woche im Packet-Radio-Netz:
[...]
Laut Gruendungsversammlungsprotokoll des agz vereinchens, wurde
dieses doch erst am 10.8.1996 ab 19:18 MESZ, ins Leben gerufen.
Wieso kann ein ungebohrener Embryo schon schreien?
[...]
Die AGZ entwickelte sich Ende 1994 aus einer Distriktsversammlung
Nordrhein als Arbeitsgruppe. Sie sollte herausfinden, ob CW als
Prüfungskriterium weiterhin Bestand haben sollte. Der Vorstand
des DARC e.V. benutzte die AGZ allerdings als "Bauernopfer"
für seine AFuG-97-Plaene. Wer sich um die Geschicke des Amateurfunks
derart sorgt wie DK7KD, der sollte besser informiert sein. Ansonsten
legt man ihm das nur als Mobbing aus - so wie es diese Woche mit
DL8AAY lief.
DL8AAY IM TARGET DES MOBS
(hs) Zitat aus Packet Radio:
[...]
...nachdem ich es gewagt habe die beleidigende Mail von DM2FDO
an den Oldtimer DJ5MZ zu kritisieren, bin ich nun wohl die Zielscheibe
seiner Hasstiraden. Nicht nur, dass er mir beleidigende P-Mail
schreibt, müllt er nun auch noch das Gästebuch auf meiner
Homepage zu...
[...]
Da kann die AGZ e.V. ja etwas aufatmen. Das Gästebuch der
AGZ wurde auch zugemüllt und somit abgewürgt. Ebenso erhalten
die Rufzeichen DC5JQ und DL1EEC täglich Massenmails mit pornografischen
Inhalten. In meinem Fall - DL1EEC - häufen sich die Absenderkennungen,
die den Vornamen JENNY führen. So ein Zufall - schöne
neue Medienwelt.
DIE FUNKWETTER-DATEN AUS KIEL
vom 7. September 2002 10h00 MESZ
Forecast sunact = eruptive
Forecast magfield = quiet
Relative sunspots = 189
Flux = 178
A = 9
Next expected K = 3
Forecast Aurora = NO (normal)
Vy 73,
Hermann
DL1EEC
Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren
und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen
und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich
gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren
Sie bitte an dl0agz@aol.com
im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.
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