Ausgabe 50 / 2002 vom 06.10.2002
Zu unserem runden Jubiläum heute der
LEITARTIKEL vom Vorsitzenden der AGZ e.V., Wolfgang van Gels,
DL5EDA:
(wvg) Die Zahl 50 ist bei periodischen Ereignissen etwas besonderes.
Für die AGZ e.V. bedeutet sie, dass heute zum 50. Mal HamRadio
2day produziert und ausgesendet wird.
Waren es am Anfang noch Informationen, die auf den Zuhörer
eher den Eindruck einer Selbstdarstellung der Schreiber machten,
sind es heute handfeste Informationen aus allen Bereichen des Amateurfunkdienstes,
die gerne gehört und weiterverarbeitet werden. Dabei sind sowohl
der Teil Technik als der Teil Recht ausgewogen vertreten.
Zugegeben, am Anfang hatte ich schon ein wenig "Bauchschmerzen",
wenn die nicht immer sachdienlichen Bemerkungen vor und nach der
Aussendung über den Äther gingen. War es das wert, dass
sich die Funkamateure wegen der AGZ e.V. so produzierten? Aber nach
wenigen Woche waren diese Stimmen verstummt.
HamRadio 2day gehört zum Sonntag, wie das
QSO mit dem Ham um die Ecke.
Nicht zuletzt ist hierfür die Qualität der Informationen
verantwortlich. Die Redakteure haben nämlich erkannt, dass
es nicht darum geht, Missstände bei anderen ans Licht zu zerren,
sondern es kommen Fakten aus dem Amateurfunkalltag auf den Tisch.
Dass dabei Informationen sind, die manch einer nicht gerne zur Kenntnis
nimmt, ist verständlich. Das darf aber nicht dazu führen,
dass sie nicht gebracht werden.
Die Betreiber des Amateurfunkdienstes haben es nicht leicht,
sich in dem breiten Feld der Frequenznutzer zu behaupten. Der Paragrafendschungel
wird immer dichter. Dabei nutzt es nicht, in der Vergangenheit zu
schwelgen. Heute haben wir uns in der Gesellschaft täglich
zu behaupten. Dabei will HamRadio 2day Hilfestellung leisten. Nutzen
Sie sie.
Aber natürlich darf die Satire nicht fehlen. Die Aufmerksamkeit
so auf Ereignisse im Amateurfunkdienst zu richten, ist die Würze
von HamRadio 2day. Mit dem Risiko, falsch verstanden zu werden,
müssen wir dabei leben.
Natürlich möchte ich nicht schließen, ohne den
Aktiven für ihren wöchentlichen Einsatz ein herzliches
"Dankeschön" zu sagen. Bitte, macht weiter so. Der
Amateurfunkdienst und die AGZ e.V. brauchen Euch!
Auf die nächsten 50 Aussendungen!
vy 73 de
Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.
GEFAHR FÜR DAS 70-CM-AMATEURFUNK-BAND
(rps) durch einen neuen Satellitenfunkdienst? Die südafrikanische
Amateurfunkvereinigung SARL warnt diese Woche öffentlich vor
einer möglichen Gefahr für das 70-cm-Amateurfunkband:
Für einen neuen Satellitendienst zur Erderkundung mit dem Namen
"Earth Exploration Satellite Service" oder kurz EESS soll
auf der nächsten Weltfunkkonferenz im Jahre 2003 ein 6 MHz
breites Segment im Frequenzbereich 420 bis 470 MHz international
bereit gestellt werden. Das geht aus einem entsprechenden Antrag
an die WRC-2003 hervor.
Im Gespräch ist u.a. der Bereich 432 bis 438 MHz, der sowohl
das 70-cm-Amateurfunkband als auch den 70-cm-ISM-LPD-Bereich umfasst.
Der für Satelliten relativ niedrige Frequenzbereich wurde deshalb
gewählt, weil damit Details von Bodenformationen besonders
gut mittels der vorgesehenen Radar- bzw. Rückstreutechnik erfasst
werden können. Die üblichen Satellitenfrequenzen oberhalb
von 1 GHz sind dafür weniger geeignet, weil sie z.B. nicht
in der Lage sind, dichte Wälder zu durchdringen. Ob eine solche
Frequenzzuteilung im 70-cm-Band tatsächlich erfolgen wird,
ist aus heutiger Sicht allerdings mehr als fraglich. Bedeutende
Fernmeldeverwaltungen, darunter die der USA und auch das deutsche
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, haben sich
bereits gegen eine Ansiedlung des neuen Satellitendienstes in diesem
Bereich ausgesprochen. Auch die AGZ als Mitglied der Nationalen
Gruppe zur Vorbereitung der WRC-2003 opponierte dort gegen EESS.
Worum geht es überhaupt und was sind die Eigenschaften
des neuen Satellitensystems?
Der EESS-Satellit soll in einer sonnensynchronen Bahn in 750
km Höhe bei 98 Grad Inklination fliegen und 400 Watt Senderleistung
in eine Parabolantenne mit 7m Durchmesser speisen, die etwa 26 dB
effektiven Gewinn hat. Wegen der extrem schmalen Richtkeule wird
ein Empfänger am Boden in nur 13 Sekunden von ihr überstrichen
- und dies nur maximal 16-mal im Jahr. Nimmt man einen Empfänger
mit einer Rauschzahl von 1 dB - bzw. mit einer Detektionsschwelle
von -136 dBW - an einer isotropen Antenne an, dann würde dieser
in unseren Breitengraden EESS nur während eines Bruchteils
von maximal 2,7 Prozent des Jahres über der Rauschgrenze empfangen
können.
Sie sehen, selbst wenn EESS ins 70-cm-Band käme, wäre
dies keine wirkliche Katastrophe für den Amateurfunkdienst,
sondern vielleicht sogar eine politische Chance, dem Umweltschutz
und der Wissenschaft Raum zu geben. Panikmache ist hier mit Sicherheit
nicht angebracht.
DER VATER DER WARC-BÄNDER
(hfs) ist tot. Mit 92 Jahren verstarb am 8. August 2002 A. Prose
Walker, W4BW. Ihm verdanken wir das 30-, 17- und 12-m-Band.
AUSSTELLUNG ZUR KOMMUNIKATIONSÜBERWACHUNG IN DER DDR
(hfs) Einblicke in den Überwachungsapparat der DDR gibt
eine Ausstellung im Frankfurter Kommunikationsmuseum. Sie ist nach
Berlin ab Donnerstag in Frankfurt am Main zu sehen. Nach dem 19.
Januar 2003 wandert die Ausstellung weiter nach Hamburg und Leipzig.
Die Bundesbeauftragte
für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, sagte laut dpa
bei der Vorbesichtigung am Mittwoch, die Ausstellung, die in Zusammenarbeit
mit dem Museum in der "runden Ecke" Leipzig entstanden
ist, sei "ein Schlüssel, das System der DDR zu verstehen".
Die Kommunikationsmuseen und die Stasi-Unterlagenbehörde haben
gemeinsam recherchiert, um "erstmals umfassend Struktur, Methoden
und Ausmaß der Überwachung" offen zu legen, wie
Museumsdirektor Helmut Gold sagte.
Die Ausstellung bietet mit Sicherheit einige technische Leckerbissen
für Funkamateure, die auch an Geschichte interessiert sind.
DAS WASSER STEHT AM HALS
(hfs) Auch in USA macht man sich Gedanken über die Entwicklung
des Amateurfunks; hier speziell KF4JQD am 26.9.2002 im Forum von
www.qrz.com
Hallo meine Freunde Funkamateure,
ich sagte schon früh voraus, dass der Amateurfunk hinter
der Computer-Technologie an Boden verlieren wird. Ich sagte auch,
dass zu viele Anwender auf das Repeatersystem vertrauten. Einige
von uns hatten eine neue Idee zu einem Experiment: Wir bleiben
auf einer Simplex-QRG und benutzen dabei gleichzeitig einen Chat-Room.
Wir können dann aus dem Chat-Room heraus miteinander Fonie
machen; ebenfalls sind unsere Web-Cams eingeschaltet. Sie können
uns und unser Rig sehen. Wir freuen uns auf jeden Besuch, auch
wenn Sie nicht über unsere QRG kommen können. Besuchen
Sie auch bitte unsere Web-Site.
www.geocities.com/simplexgroup475
Wir hoffen, Sie bald zu treffen. 73, Andy KF4JQD.
Im Ausland steht man also Techniken wie Echolink, eQSO und I-Link
wesentlich aufgeschlossener und positiver gegenüber als in
Deutschland.
RELAIS ABSCHAFFEN
(hfs) will Dr. Roland Milker - DL2OM - in einem Leserbrief:
"Relais sind für viele sogenannte Funkamateure nichts
weiter als ein billiger Handyersatz".
PACTOR STÖREN
will offensichtlich im gleichen Magazin in seinem Leserbrief
Michael Schulz, DF6AR. Er ruft dazu auf, mittels CW mehr Betrieb
auf den Frequenzen zu machen, auf denen laut "Bandplan"
Pactor-Stationen nichts zu suchen hätten.
Quelle: CQ-DL 10/2002
Die Redaktion der CQ-DL hatte sich schon immer durch sorgfältig
gesichtete Leserbriefe ausgezeichnet. Wenn der verantwortliche UKW-RUNDSCHAU-Redakteur
Dr. Roland Milker - DL2OM - seine private Ansicht äußert,
dann ist das für sich genommen ohne Hintergedanken zu sehen
und durchaus legitim. Zusammen mit dem Leserbrief des Michael Schulz
- DF6AR - kann man allerdings eine Grundhaltung des größten
Interessenvertreters in Deutschland erahnen, die tatsächlich
letztendlich auf eine Reduzierung auf 10.000 fundamentalistische
Funkamateure mit CW-Prägung hinausliefe.
Insgesamt führte diese apokalyptische Grundhaltung bisher
zum Verstummen sämtlicher politischer Gespräche. Das äußert
sich darin, dass die Behörden derzeit zwar die beteiligten
Verbände noch anhören, aber seit mehr als 12 Monaten keine
Änderungsvorschläge und Eingaben der Interessenvertretungen
mehr umsetzten.
Hinweise dazu gibt es auch in einem Positionspapier der CEPT
vom 2. Mai 2002, das inhaltlich der Pro-CW-Position des DARC - nicht
des RTA - ein Hintertürchen offen lässt. Demnach wäre
es dem DARC möglich zu fordern, dass für Deutschland CW
als "Sonderregelung Kurzwellen-Zugang" fortbestehen sollte
- ein weiterer "Deutscher Sonderweg"? Wohl kaum. Schließlich
hat sich das BMWi bereits lange gegen die CW-Prüfung ausgesprochen
und klar gestellt, dass sich Deutschland nur eine europäische
Lösung vorstellen kann. Das Thema steht am 8. Oktober erneut
auf der Tagesordnung innerhalb einer Arbeitsgruppe in Köln.
Wir halten Sie informiert.
Zum Schluss noch aktuelle Funkwetterdaten von DK0WCY:
5. Oktober 2002
08h00 UTC
KIEL:
Forecast sunactactiv = active
Forecast magfield = active conds expected
Relative sunspots = 98
Flux = 158
A = 33
K = 4
Aurora = NO (normal)
Vy 73,
Hermann
DL1EEC
Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren
und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen
und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich
gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren
Sie bitte an dl0agz@aol.com
im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.
|