Ausgabe 64 / 2003 vom 12.01.2003
Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC
FAZ FÖRDERT DEN AMATEURFUNKDIENST
(hfs) Am 7. Januar 2003 veröffentlichte die Frankfurter
Allgemeine Zeitung - FAZ - unter der Rubrik "Technik und
Motor" einen mehr als halbseitigen Artikel des Autors Nils
Schiffhauer, DK8OK, über digitalen Amateurfunk auf Kurzwelle
mit kleinen Sendeleistungen. Spritzig, locker und animierend geschrieben,
ist DAS die Art von professioneller Öffentlichkeitsarbeit,
die wir als Funkamateure in Deutschland dringend brauchen und die
das Ziel, Lust auf Amateurfunk zu machen, nicht nur anpeilt, sondern
auch erreicht.
Der Autor hat uns den Artikel
zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Sie finden
das vollständige Dokument zur rein persönlichen Nutzung
auf der Website der AGZ e.V. unter dem Navigationspunkt "Presse".
Die Urheberrechte verbleiben in vollem Umfang beim Autor.
BIG BROTHER IS WATCHING YOU
(hfs) Wer heute ausschließlich seine E-Mail-Korrespondenz
über MyCall@Irgendein_Provider.de abwickelt, überträgt
die Auswahl und die Zustellung seiner elektronischen Briefe voll
und ganz auf diesen Provider und muss deswegen damit rechnen, dass
DRITTE seine Mailinhalte selektieren und monitoren können -
jedenfalls rein technisch gesehen.
George Orwell's 1984 feiert derzeit bei Mailadressen der Form
MyCall@DARC.de fröhliche Urständ. Der Redaktion liegt
eine technische Dokumentation vor, die eindeutig belegt, dass dieser
Provider einigen Absendern ohne Clubmitgliedschaft, die Funkamateure
im Club unter ihrer DARC-Adresse erreichen wollen, Fehlfunktionen
des Mailservers in Bezug auf die Zustellmöglichkeit vorgaukelt.
Der eigentliche Empfänger der Mail bekommt davon aber überhaupt
nichts mit.
Was bedeutet das konkret?
Das Mitglied des DARC kann sich seine E-Mails mittels einer
Registrierung auf MyCall@DARC.de umleiten lassen. Wer nun glaubt,
dass er nun wirklich alle Mails erhält, täuscht sich gewaltig.
Er erhält von bestimmten Absendern definitiv KEINE Mails! Und
dies ohne dass man ihm dies mitteilt!
Hierüber entscheidet nota bene nicht der Abonnent dieser
Leistung, sondern der Leistungserbringer - in diesem Fall der Verantwortliche
für den DARC-Server. Wie weit der Schritt dann noch zum Monitoring
ist, überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft. Man spricht heute
viel von Datenschutz, Ausspähung und Abhören. Wenn Sie
sichergehen wollen, dass man Sie nicht unbefragt zensiert, dann
denken Sie besser über die Wahl Ihres Providers eingehend nach.
Ich denke, NUR SIE SELBST sollten entscheiden
können,
von wem Sie etwas lesen wollen.
Und SIE SELBST sollten auch sicher sein,
dass Ihr Provider Ihre Post nicht ungefragt zensiert.
DIE WIEDERAUFERSTEHUNG VON PLC
(hfs, rps) kommt in Gestalt der VSiFunk, die sich als Rammbock
gegen den Kurzwellen-Amateur in DL entpuppt. Wir müssen wieder
eine neue Abkürzung lernen: VSiFunk heißt "Verordnung
zum Schutz von zu Sicherheitszwecken verwendeten Empfangs- oder
Sendefunkgeräten". Statt durch die mittlerweile beerdigte
"NB30" der Frequenzzuweisensplanverordnung sollen nun
die Störstrahlungsgrenzwerte unter anderem von Breitbandkabelsystemen
und von PLC durch eine neue Rechtsverordnung unter dem EMV-Gesetz
festgelegt werden - eben durch die VSiFunk.
Die VSiFunk ist aber nicht nur eine NB30 in neuem Gewand mit
denselben Zahlenwerten - nein, sie ist ein noch härterer Schlag
ins Gesicht des Amateurfunks: "Schützte" die NB30
nämlich noch das gesamte Spektrum, so "schützt"
die VSiFunk nur noch Frequenzen, die von staatlichen Organen zu
Sicherheitszwecken benutzt werden, sowie Militär-, Flug- und
Seefunk. Diese Frequenzbereiche werden in der Verordnung ausführlich
aufgelistet.
Bei allen anderen Frequenzen wird seitens des zuständigen
Bundeswirtschaftsministeriums lapidar auf das "sonstige EMV-Recht"
und auf das Zivilrecht verwiesen. Es wird unter dieser Prämisse
für den Funkamateur mühsam und unabsehbar, sein Recht
auf ungestörten Empfang durchzusetzen.
Der Entwurf der VSiFunk erweckt den Eindruck, dass der Staat
den Amateurfunk ausdrücklich nicht für schützenswert
hält. Als einzige Bereiche sind hier das 80-Meterband und ein
kleiner Teil des 23 cm-Bandes geschützt, weil sich dort eben
auch andere Funkdienste betätigen. Der eigentliche Knüller
aber ist, dass
der CB-Funk auf 27 MHz mit allen seinen Frequenzen
von der VSiFunk geschützt wird.
Der große Verlierer ist wieder einmal der Amateurfunkdienst
in Deutschland und über den CB-Funk wird die Hand gehalten.
Wussten Sie, dass Ihre Interessenvertretung RTA schon seit Mitte
Dezember auf dieser Info sitzt?
Sie finden den Entwurf der VSiFunk auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums
unter
http://www.bmwi.de/Homepage/download/telekommunikation_post/VSiFunk-Entwurf.pdf
DAS NEUE EXECUTIVE COMMITTEE
der IARU stellt sich vor:
Vorsitzender: LA2RR, Ole Garpestad
Stellvertreter: 6W1KJ, Tafa Diop
Sekretär: G3BJ, Don Beattie
Schatzmeister: HB9JOE, Andreas Thiemann
Weitere Mitglieder: A41JT, Abdi Razak A. Al-Shahwarzi
DF5UG, Hans-Heinrich Ehlers
LZ1US, Panayot Danev
PA7BT, Hans Blondeel Timmerman
5Z4MR, D.R. "Max" Raicha
VOICE-OVER-IP-REKORD AM WOCHENENDE
(hfs) Mehr als 900 User weltweit belebten am vergangenen Wochenende
das neue Spielzeug der Funkamateure: EchoLink.
Darunter waren erstmalig mehr als 40 Hams aus DL: VIERMAL soviel
wie sonst.
LESERBRIEF IN GEKÜRZTER FORM
"Ich kenne die AGZ nur als Interessenvertretung für
Schwarzfunker, Rassisten, Kriminelle, Asoziale und Packetschmierer.
Im Ruhrgebiet wurde im letzten Jahr sogar eine geschäftliche
Verflechtung mit einem Rechtsanwalt aus Köln vermutet. Die
Werbeaktionen dazu sind tatsächlich aufgefallen. Mit freundlichen
Grüßen, Rolf M. Winschermann, Dipl.Ing."
(hfs) Natürlich muss man auch solche Meinungen bringen.
Die Redaktion hat den Leserbrief sachlich beantwortet.
Vy 73
Hermann, DL1EEC
Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren
und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen
und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich
gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren
Sie bitte an dl0agz@aol.com
im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.
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