Ausgabe 87 / 2003 vom 22.06.2003
Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC
PRESSESCHAU
(hfs) Anlässlich des plötzlichen Ausscheidens des
Geschäftsführers des DARC e.V. und bedingt durch die kontroversen
Vorgänge in dessen Ortverband Weinheim haben sich vergangene
Woche einige Printmedien mit den Themen Amateurfunk und DARC befasst.
Die Hessisch-Niedersächsische
Allgemeine aus Kassel manifestiert dazu 18. Juni:
Bernd Häfner wurde fristlos gekündigt
Bernd Häfner, seit zwölf Jahren Geschäftsführer
des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) e.V. in Baunatal, ist
nicht mehr in seinem Amt. Nach Informationen unserer Zeitung ist
Häfner, CDU-Fraktionsmitglied in der Kasseler Stadtverordneten-Versammlung
und Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, am vergangenen
Donnerstag vom Bundesverband für Amateurfunk in Deutschland
fristlos gekündigt worden. Zu den Gründen gab es vonseiten
des Verbands keine Informationen. "Wir werden uns dazu nicht
äußern, nur so viel, dass Herr Häfner für
uns nicht mehr tätig ist", so Vorstandsmitglied Helmut
Visarius aus Köln.
Häfner ist fassungslos. Gründe für seine Entlassung
seien in dem Kündigungsschreiben nicht genannt. "Ich
habe immer aufopferungsvoll gearbeitet und bin mir keiner Fehltat
bewusst", sagt Häfner zu dem "eigentümlichen
Verhalten" des ehrenamtlichen Vereinsvorstands. "Mein
Herz hängt an dieser Aufgabe." Deshalb will Häfner
seinen Job zurück. Eine Kündigungsklage sei bereits
vorbereitet. "Ich werde kämpfen."
Nach Informationen unserer Zeitung soll es Unstimmigkeiten
zwischen Häfner und dem Vorstand wegen einer Satzungsänderung
gegeben haben. "Wir sind angehalten worden, nichts zu sagen",
sagt eine offensichtlich eingeschüchterte DARC-Mitarbeiterin
in Baunatal. Dort waren Entsetzen und Überraschung über
Häfners fristlose Entlassung groß. Sogar Tränen
habe es gegeben. Die Geschäftsführung in der DARC-Bundeszentrale
Baunatal hat Häfners Stellvertreterin Helga Gautsche übernommen.
Soweit die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine.
Das Funk-Telegramm
Ausgabe 7/2003 titelt:
Krach um Weinheimer UKW-Tagung
Zwischen den bisherigen Organisatoren und einem Ende 2002
gegründeten Verein, der die Organisation der Tagung inzwischen
übernommen hat, gab es richtig Krach.
Die Rhein-Neckar-Zeitung
- Regionalausgabe Bergstrasse - kommentiert ebenfalls am 18. Juni:
Bei den Funkern knistert es in der Leitung
Neugründung eines Vereins zur Organisation der UKW-Tagung
sorgt beim bisherigen Ausrichter, dem Ortsverband Weinheim, für
mächtig Ärger
Der Ortsverband (OV) der Funkamateure Weinheim hat einen unruhigen
Frühling hinter sich, und noch kann von einer Entspannung
der Lage nicht die Rede sein. Eher zufällig erfuhren die
Mitglieder bei der diesjährigen Hauptversammlung am 4. April,
dass ihr Ortsverbandsvorsitzender Gerhard Ries gemeinsam mit Schriftführer
Horst Pölitz einen neuen Verein gegründet hat. Seine
Aufgabe sollte die Durchführung der UKW-Tagung in Weinheim
sein. Die Neugründung fand im Clublokal des OV Lampertheim
statt. Mitglieder des neuen Vereins sind Funkamateure, die vorwiegend
aus Lampertheim und anderen Riedgemeinden kommen. In der Lampertheimer
Gründung, die man als "Amateurfunktreffen Weinheim e.
V." beim Amtsgericht Weinheim registrieren ließ, ist
Horst Pölitz Vorsitzender, Gerhard Ries wurde Schatzmeister.
Der zweite Vorsitzende des Verbandes in Weinheim, Volker Winterscheid,
wusste davon genauso wenig wie die restlichen Mitglieder. Nicht
einmal die Weinheimer "Gründerväter" der UKW-Tagung
wurden eingeladen. Besonders ärgerlich ist außerdem,
dass der neu gegründete Verein nicht nur die bisherige Internetadresse
"ukw-tagung.de" des OV Weinheim, sondern auch dessen
Konto für seine Zwecke gebraucht. Der zweite Vorsitzende
des Weinheimer OV hat das Konto für den Zugriff seiner Vorstandskollegen
sperren lassen, als er von der eigenmächtigen Aktion erfuhr.
Doch mit Hilfe von Freunden im DARC Vorstandsgremium wurde die
Sperre durch Ries und Pölitz wieder aufgehoben.
Zum Rundumschlag setzte schließlich der Distriktsvorstandsvorsitzende
Baden Hans Joachim Schilling an, indem er dem zweiten OV-Vorsitzenden
sowie den beiden Neugründern deren Ausschluss aus dem DARC
mitteilte. Als offiziellen Grund dafür nannte er fehlende
Belege für größere Ausgaben. Die Ausgeschlossenen
kontern, der Steuerberater des OV Weinheim habe die Belege in
der Hand, könne aber seine Arbeit nicht tun, weil der DARC
die dafür nötigen Dokumente zurückhalte. Die Klärung
der verworrenen Verhältnisse wird wohl vor Gericht enden.
Mit mittlerweile 60 Unterschriften (bei knapp 110 Mitgliedern)
hat der OV Weinheim bereits demonstriert, dass er nicht gewillt
ist, sich von den beiden ehemaligen Vorstandsmitgliedern über
den Tisch ziehen zu lassen. Erst im Februar 2002 waren sie in
ihr Amt gehoben worden und sollten unter anderem die Verantwortung
für die Organisation der UKW-Tagung 2002 übernehmen.
Seit 47 Jahren haben die Mitglieder des OV Weinheim die UKW-Tagung
organisiert und durchgeführt. Bei der Neugründung wurden
sie nicht nur einer ihrer Zuständigkeitsbereiche beraubt,
sondern regelrecht hintergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt.
Der DARC riskiert, dass ihm ein ganzer Ortsverband davonläuft,
wenn er Ries und Pölitz weiterhin stützt. Bei der Jahresversammlung
lag gegen den Schriftführer ein Antrag mit den erforderlichen
Unterschriften zur Absetzung von mindestens einem Drittel der
OV Mitglieder bereits vor, gegen den OV-Vorsitzenden wurde ein
solcher Antrag noch in der Versammlung formuliert. Dennoch schützt
der DARC die beiden. Immerhin hatte der DARC-Landesverband eine
eigene Trägerschaft für die Funkertagung in Weinheim
begrüßt, und dem sei man durch die Vereinsgründung
nachgekommen, wehrt sich Weinheims Ortsverbands-Chef Ries.
Am 4. April war dem OV Weinheim auch eine neue Versammlung
für den 25. April versprochen worden. Auf die warten die
Funkamateure seither vergeblich. Der OV Weinheim selbst benutzt
jetzt die Internet-Adresse ukwtagung.de. Ohne Bindestrich. Am
30. und 31. August ist die nächste UKW-Tagung in Weinheim.
Bis dahin dürften die Funkstörungen im Verein nicht
behoben sein.
Soweit die Rhein-Neckar-Zeitung. Auch die Weinheimer
Zeitung befasst sich am 18. Juni inhaltsgleich mit dem Thema
unter der Überschrift:
Amateurfunker nicht mehr auf gleicher "Frequenz"
Soweit unsere Presseschau. P.S.: Mittlerweile hat der DARC einigen
seiner Mitglieder im Ortsverband Weinheim durch einen Rechtsanwalt
in Kassel eine Unterlassensforderung zugestellt, nach der sie keine
Hintergrund-Information zu den Vorgängen mehr im Internet unter
http://www.ukwtagung.de/
- ohne Bindestrich - anbieten dürfen.
WRC-03: CW FÄLLT - UND FÜR 7 MHZ GIBT'S ÄRGER
(rps) Die Weltfunkkonferenz WRC-03 in Genf zeigt erste Ergebnisse:
Wie die RSGB berichtet, hat sich die Unterarbeitsgruppe 4C-3 diese
Woche darauf geeinigt, die Verpflichtung zur Prüfung in Morsetelegraphie
aus dem VO-Funk-Artikel S 25.5 zu streichen. Mehr als 90 Prozent
der vertretenen Staaten sind dieser Ansicht. Für die Erweiterung
des 40-Meter-Bandes hingegen sieht es schlecht aus: Massiver Widerstand
kommt vor allem aus Asien und von den arabischen Staaten, die diesen
Tagesordnungspunkt auf die nächste WRC verschieben möchten.
Ein 300 kHz breites 7 MHz-Band steht weiter in den Sternen und es
wird zunehmend fraglicher, ob dies überhaupt weltweit im Konsens
erreichbar ist. Einigkeit wurde ferner darüber erzielt, den
starren Aufbau von Amateurfunk-Rufzeichen zu lockern. Rufzeichen
wie z.B. DL2000A werden in Zukunft möglich sein.
Verbindlich werden WRC-Beschlüsse allerdings erst dann,
wenn die Vollversammlung der Delegierten am Ende der Tagung den
Empfehlungen der Arbeitsgruppen zustimmt. Die WRC-03 endet am 4.
Juli.
Quelle: RSGB,
IARU und ITU
HAMRADIO 2003 - MAN TRIFFT SICH
(red) In wenigen Tagen ist es soweit: Die AGZ e.V. wird auf
der Hamradio
2003 in Friedrichshafen auf dem neuen Messegelände vertreten
sein. Treffpunkt ist für Mitglieder, Freunde und Kritiker der
AGZ e.V. der Stand
A2-120
in der Halle A2. Wir freuen uns auf Ihren Besuch !
IN EIGENER SACHE
(red) Bedingt durch die Präsenz auf der Hamradio 2003 fällt
HamRadio 2day am Sonntag, den 29. Juni 2003 aus. Ausgabe 88 gibt
es also erst in zwei Wochen am 6. Juli.
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Hermann, DL1EEC
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