Ausgabe 93 / 2003 vom 10.08.2003
Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC
DAUMEN DRÜCKEN HALF NICHT
(rps) Alles Daumen drücken für die Freigabe der Kurzwelle
für deutsche CEPT-2-Lizenzen im RegTP-Amtsblatt vom kommenden
13. August hat nichts geholfen: Das übergeordnete Bundesministerium
für Wirtschaft und Arbeit hat es im "Geschäftsgang" nicht
geschafft, rechtzeitig zum Redaktionsschluss am 6. August die entsprechende
Anweisung mit allen notwendigen Unterschriften zu versehen und zur
Regulierungsbehörde zu schicken. Den Grund haben wir im letzten
Rundspruch schon genannt: Urlaub von Mitarbeitern und die damit verbundene
Nicht-Erreichbarkeit diverser Vorgesetzter und deren Stellvertreter.
Das nächst erreichbare Amtsblatt erscheint nun am 27.
August: viel zu lang ist es bis dahin - wie wir meinen, denn der
Druck steigt. Erste Klasse-2-Calls soll man schon auf Kurzwelle
gehört haben: Sie nahmen den Termin 6. August wohl zu ernst
... Das BMWA will nun in einer angeblich bevorstehenden Presseerklärung
die Freigabe unabhängig von der RegTP und deren Amtsblatt Mitte
August verbindlich verkünden - und den Schritt rechtlich korrekt
in irgend einem Amtsblatt dann nachholen. Wir halten Sie informiert.
DAS HAT UNS IM FUNKAMATEUR GEFALLEN
(red) Knut Theurich schreibt in seinem Leitartikel u.a.:
"Aber bedeutet es denn das Ende des zivilisierten Amateurfunks,
wenn der Klasse-2-lizenzierte OM Mustermann demnächst als
DB1something auf 20 m in SSB CQ ruft? Durfte er nicht schon längst
via Satellit oder Mondecho rund um den Globus funken? Und will
ihm etwa jemand unterstellen, er könne sich die SSB-Bereiche
der einzelnen Bänder nicht merken? Wer ist denn überhaupt
sicher, dass die meisten oder gar alle Klasse-2er tatsächlich
auf die KW-Bänder kommen? Schliesslich stehen da nicht nur
Antennen- und Selbsterklärungsprobleme im Wege. Eine kostspielige
Angelegenheit ist es obendrein, auf Kurzwelle QRV zu werden. Und
vielleicht will es der eine oder andere auch gar nicht. Last but
not least gibt es unter den UKW-Amateuren genügend Vorreiter
der Technik, die echten Experimentalfunk betreiben, indem sie
mit neuen Verfahren Signale aus dem Rauschen zaubern, in neue,
höhere Frequenzbereiche vorstossen, Antennen erproben, ihr
Equipment auf Berge schleppen oder zu Land wie auch zu Wasser
neue Grossfelder aktivieren. Geht da oft nicht viel mehr ab als
in so manchen Klönrunden auf 80 oder 40 m?
Ich habe am 4. und 5. Juli ein paar Stunden am 2-m-Contest
teilgenommen und dabei erstaunlich viele DOs geloggt. Durchweg
flotter Betrieb, alle auf den "richtigen" Frequenzen und keiner
von denen hat mir den Empfänger zugestopft. Das waren andere?
Unbelehrbare gibt es in allen Lizenzklassen, und man kann ja auch
mal nett auf einen Fehler hinweisen, vielleicht sogar per Telefon,
E-Mail oder Postkarte, anstatt Leute auf dem Band wegen unbedeutender
Verfehlungen öffentlich zur Entschuldigung oder Erwiderung
aufzufordern. Mir scheint, es ist im Interesse unseres Hobbys
an der Zeit, alte Vorurteile über Bord zu werfen. Betrachten
wir es einfach als Bereicherung für alle, wenn bald ein paar
ungewohnte Präfixe auf den KW-Bändern mitmischen!"
Soweit Knut Theurich.
Quelle: www.funkamateur.de
LESERBRIEFE AN DIE AGZ
Bernd Leffler, DC6ZZ, schreibt:
"Guten Tag, auf der Homepage der USKA finde ich unter
der Auflistung von Gastlizenzen und deren Modalitäten den
ausdrücklichen Hinweis, dass in Ungarn die Bänder von
1,7 ... 29,6 MHz auch für die Cept-Klasse 2 frei gegeben
sind. Das letzte Update dieser Meldung erfolgte bereits 1997.
Ich hatte schon im Jahre 1990 vom für den Afu zuständigen
Abteilungsleiter in der Budapester Oberpostdirektion die Zusage
bekommen, dass Ungarn die Cept-Regelung anerkenne und diese Aussage
in der Zeitschrift "funk" als Leserzuschrift veröffentlichen
lassen - sehr zum Ärger von damaligen DARC-Vertretern, die
sich wenig später damit brüsteten, anlässlich eines
Treffens in Friedrichshafen genau dieses mit ungarischen Offiziellen
vereinbart zu haben.
Mit freundlichem Gruss Bernd Leffler, seit 1988 DC6ZZ"
Helmut, DG4KHS, schreibt:
"Lieber OM Hermann, es liest sich wirklich wie eine Posse,
was da so in Sachen Zugang zur Kurzwelle passiert. Ich denke mir,
dass die entsprechende Entscheidung doch bereits international
getroffen wurde und nun in nationales Recht umzusetzen ist. Dabei
frage ich mich als pensionierter Diplomverwaltungswirt allen Ernstes,
ob die Personaldecke bei den involvierten Behörden tatsächlich
so dünn ist, dass man keine kompetenten Vertreter im Amt
hat. Wenn das Verfahren so, wie es in Ihrem Beitrag geschildert
wird, abläuft, kann man nur noch fassungslos den Kopf schütteln
und weinen.
Ich freue mich über Ihren Einsatz zugunsten uns C-Lizensierten
und möchte mich dafür ausdrücklich einmal bedanken.
73 Helmut, DG4KHS"
RTA TRIFFT EHRNSPERGER
(red) Am 11. August - das ist der kommende Montag - empfängt
das BMWA, vertreten durch Herrn Ehrnsperger, den RTA. Die Gesprächsliste
ist nicht öffentlich bekannt. Sobald uns Ergebnisse vorliegen, werden
wir Sie informieren.
RESTRIKTIONEN IN GROSSBRITANNIEN
Die RSGB informiert, dass in Grossbritannien die RA - die Radiocommunication
Agency - gegen Mailboxen, Repeater und Digipeater im 70 cm-Band
Restriktionen einlegen muss. Grund sind Einwände des Primärnutzers.
Die Massnahme ist vorläufig endgültig und wird erst revidiert,
wenn die RA die RSGB entsprechend wieder ermächtigt.
Quelle: www.rsgb.org
FERIENZEIT
(red) Tim, G4DBL, bietet ein 'Holiday Net' auf 80 and 40 Meter
während der Sommerferien an. Viele Funkamateure sind mobil
und portabel unterwegs und können in ganz Europa gehört
werden. Deswegen wäre ein Aktivitätszentrum um 3744 kHz
gegen 21h00 BST Montags und Freitags; und Mittwochs um 7050 kHz
gegen 13h30 BST sinnvoll. Das Netz ist während des ganzen August
bis Mitte September aktiv.
Quelle: www.rsgb.org
ARD ZU HANDY-NUTZUNG
(red) Am 7. August brachte die ARD um 23h00 MESZ unter dem
Titel "Bei Anruf SMOG" einen recht ausgeglichenen Report über
die Probleme der "Elektrosensiblen" und über die konträre
Auffassung von Wissenschaftlern zum Schutz von Personen in elektromagnetischen
Feldern.
Lesen Sie die Anmoderation der ARD:
[...] Heisse Ohren und viele Fragen: Liegt da was in der
Luft? Man sieht sie nicht, man riecht sie nicht, und einige bezweifeln,
dass man sie spüren kann: Strahlung verursacht durch die
Vielzahl von Antennen, die uns umgeben, spannen sich elektromagnetische
Felder wie ein Netz über unsere Umwelt. Ob in Radio- und
Fernsehtechnik, Amateur- und CB-Funk, Euro-Signal und Cityruf,
Richtfunk und Mobiltelefonen - überall verbergen sich Quellen
des so genannten Elektrosmogs.
In der Bevölkerung und auch in Politik und Wissenschaft
werden die technisch-medizinischen Aspekte des Mobilfunks kontrovers
diskutiert. Welche Auswirkungen hat elektromagnetische Strahlung
auf Mensch und Umwelt? Selbst nach vielen Studien gibt es noch
kein abschliessendes Ergebnis. Die unterschiedlichen Auslegungen
der wissenschaftlichen Studien führen zu Angst und Verunsicherung.
[...]
Die Tatsache, dass nicht die Antenne auf des Nachbars Haus das
Problem ist, sondern das Handy am Ohr, kam nur ganz versteckt rüber.
Wer mehr dazu nachlesen will: www.swr.de
ZUM GUTEN SCHLUSS
(red) ... selbst im Fall einer Revolution würden die Deutschen
sich nur Steuerfreiheit, nie Gedankenfreiheit zu erkämpfen
suchen ...
Quelle: Friedrich Hebbel um 1850
Vy 73 Hermann, DL1EEC
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